Über Andrius Burbas Bildband „Unter Hunden“

Ungewohnte Perspektiven

Wer hat noch nicht darüber nachgedacht, wie – sagen wir einmal –  ein winziger Chihuahua die Welt sieht? Je nach Terrain sieht er Stöckel- oder Wanderschuhe. Waden, Hosenbeine und sicher erhascht er auch den einen oder anderen Blick unter einen Rock. Ob er will oder nicht. Hunde nehmen unsere Welt von Unten war. Zumindest bis zu einer bestimmten Größe.

Wie wäre es aber, wenn wir Hunde einmal von unten sehen könnten? Aus Regenwurmperspektive sozusagen? Nun, der junge litauische Fotograf Andrius Burba (Jahrgang 92) hat dieses Experiment gewagt und sich „Unter Hunde“ begeben – und große wie kleine Hunde abgelichtet. Von unten. Ein außergewöhnliches Fotoshooting, bei denen er Hunde –von unten – durch eine Glasplatte hindurch fotografiert hat.

Herausgekommen bei diesem Shooting ist ein außergewöhnliches Fotobuch mit mehr als 40 skurrilen und außergewöhnlichen Fotos. Da sieht man einen weißen Spitz, der von unten eher wie ein plüschiger Puff als wie ein echter Hund aussieht. Es gibt einen grimassierenden Grifon, einen zähnefletschenden Mischlingshund und einen perfekt symmetrisch ausgerichteten Shiba. Nackte Hundebäuche wechseln sich mit wuscheligen Fellkugeln ab. Mischlingshunde setzen sich selbstbewusst neben Rassetieren mit wohlklingenden Namen in Szene.

Andrius Burbas Buch hat mir Freude bereitet und einige interessante Perspektiven eröffnet. Beim Durchblättern fühlte ich mich „Unter Hunden“. Was will man mehr?


Abbildung Cover: Rechte beim Verlag

Zum Buch:

Unter Hunden

Andrius Burba: Unter Hunden

riva Verlag, München 2017

ISBN: 978-3-7423-0072-0

96 Seiten, 14,99 Euro