Über die „Hunde-Trainings-Box“ von Christine Schröder und Laura Pape

Mit 36 Übungen zum (fast) perfekten Leinenträger

Pepita und ich probieren ja gerne mal was Neues aus. Vor allem wenn es Spaß verspricht. Eine Hundepfeife stand ,was den Spaßfaktor angeht, bei uns beiden nicht gerade hoch im Kurs. Daher standen wir -kritische Geister wie wir nun einmal sind- dem Training mit Pfiff und Triller etwas skeptisch gegenüber. Aber: „Wat mut -dat mut“. Studieren kommt vor Kritisieren. Pepita und ich gingen in die Testphase.

Die Arbeitsteilung zwischen uns sah zunächst so aus, dass ich das kleine Einführungsheft las und Pepita -wie meist- ruhig unter meinem Schreibtisch lag. Die beiden Hundetrainerinnen Laura Pape und Christine Schröder stellen auf wenigen Seiten ihr Konzept gut lesbar in aller Kürze dar. Mittels dreier verschiedener Pfiffe (Komm, Sitz und Stopp) soll die Kommunikation Mensch-Hund (und um die geht es in der Erziehung ja hauptsächlich) bereichert werden.  Die Autorinnen sprechen von einer „zweisprachigen“ Erziehung: Zusätzlich zu Sichtzeichen und Sprache erlernt der Hund zusätzliche Vokabeln für dasselbe Verhalten.

Der Vorteil der Hunde-Pfeife liegt auf der Hand: Sie hat eine größere Reichweite als meine Stimme und verrät meine Stimmung nicht (welcher Hund kehrt nach einer Extratour schon gerne zu einem missgelaunten oder gar verärgerten Frauchen zurück).

Vor allem der „Stopp“-Pfiff macht mich neugierig. Schließlich neigt Pepita dazu, sich im Gelände etwas zu vergaloppieren.  Ich bekomme Lust aufs Ausprobieren. Jetzt kommen dann auch Pepita und die 36 Trainingskarten ins Spiel. Als Basics dienen sechs Karten, in denen Grundübungen (die Pepita schon längst kann) in die Fremdsprache „Pfeifen“ übersetzt werden. Es folgen 22 Karten mit aufbauenden „Erziehungsübungen“ und acht Karten mit weiterführenden Übungen.

Schröder und Pape erklären die Übungen so anschaulich, dass die Umsetzung -theoretisch zumindest- problemlos funktioniert. Allerdings sind die Aufbau-Übungen schon anspruchsvoller für das Mensch-Hund-Team. Sie verlangen Genauigkeit und Wiederholung. Die Hundetrainings-Box ist daher kein Crash-Kurs, sondern verlangt von der ersten bis zur 36. Karte viel Zeit und Geduld. Immer wieder üben. Immer wieder Wiederholungen.

Uns hat das Konzept der Box gut gefallen. Pepita, weil sie bei allem gerne mitmacht, was mit Spiel, Bewegung und Leckerchen zu tun hat. Mir, weil ich die handlichen Karten so praktisch finde. Da die Übungen nicht direkt aufeinander aufbauen (nachdem die Basics einigermaßen sitzen), sind der Gestaltung des Trainings kaum Grenzen gesetzt. Nach Gusto, Wetter und Zeit suche ich eine bis zwei Karten zum Spazierengehen aus, packe die jeweils erforderlichen Hilfsmittel ein, und los geht es.

Die Pfeife ist übrigens nur ein Hilfsmittel von vielen (neben Leckerchen, Apportel Schleppleine und so weiter) und kommt längst nicht bei allen Übungen ins Spiel. Der Pfiff soll etwas „Besonderes“ sein um dann vor allem in „Notfallsituationen verlässliche Wirkung“ zu zeigen. Wir bleiben jedenfalls dran.


Abbildung Cover: Rechte beim Verlag


Zum Buch:

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Laura Pape und Christine Schröder:

Hunde Trainings-Box

Begleitbuch, 36 Übungskarten und Hundepfeife

Gräfe und Unzer-Verlag, München 2015

ISBN: 978-3-8338-4218-4

48 Seiten und 36 Übungskarten, 12,99 Euro