Über das Hunde-Kunst-Buch „Mops Art. Die Gemälde von Monika Steinitz“

Eine Hommage an einen ganz besonderen Hund

Rassehundebesitzer sind zuweilen spezielle Typen. Schwingt doch in der Wahl einer bestimmten Hunderasse meist auch ein Lifestyle-Statement mit. Klar, der Schäferhund-Besitzer zählt zu einem anderen Menschenschlag als der Liebhaber afghanischer Windhunde. Und ein Dobermann-Halter hat mit der Mutti eines verzärtelten Havaneser-Mädchens nicht viel gemein.

Diejenigen Rassehundefreunde, die ich persönlich am meisten mag, sind eindeutig die Mopsianer. Die sind meist selbst etwas skurril, haben mit konventionellen Schönheitsidealen sowenig am Hut wie mit Konventionellem im Allgemeinen. Obrigkeitshörige Spießer und asketische Schlankheitsfanatiker werden sich kaum einen Mops zulegen. Einen Mops erwählen sich eher solche Menschen zum Lebenspartner, die es gerne etwas schräg und unkonventionell haben. Um es kurz zu machen: Ich mag Möpse und Mopsianer. Ehrlich: Unter beiden (die ja viel gemeinsam haben) ist mir noch nie ein humorloser Langweiler begegnet. Weder auf zwei noch auf vier Beinen.

Und damit bin ich bei der Malerin Monika von Steinitz angekommen, die ihren Möpsen einen Großteil ihres künstlerischen Schaffens widmet. Kaum eine ihrer Arbeiten, die in dem großformatigen Bildband „Mops Art“ abgebildet sind, kommt ohne Mops aus. Es gibt Möpse auf Leinwand und als Druckgrafik und einige sogar gestickt auf Kissenhüllen. Menschen die Hunde im Allgemeinen und Möpsen im besonderen gleichgültig bis kritisch gegenüberstehen, mag dieses Oeuvre irritieren. Ich, als Mopsianerin im Geiste, bin vom Werk der Salzburgerin ziemlich angetan. Man mag das Schönheitsideal, das hinter der „Kreatur Mops“ steckt, vielleicht nicht auf Anhieb teilen. Aber wenn man sieht, wie ornamental ein Mopshinterteil interpretiert werde kann (und welch anarchistische Botschaft so ein Ringelschwänzchen hat), dann bringt das eherne Schönheitsideale ganz ordentlich ins Wanken. Wenn man sich in die kugelrunden Knopfaugen versenkt, die kunstvoll in die Symmetrie der geschwungenen Faltenlinien komponiert sind, ahnt man, was Loriot zu seinem Glaubensbekenntnis bewog: „Man kann ohne Möpse leben. Aber es lohnt sich nicht.“


Abbildung Cover: Rechte beim Verlag


Zum Buch:

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Magdalena M. Moeller: Mops Art. Die Gemälde von Monika Steinitz.

Mit Texten von Janina Dahlmanns

Hirmer-Verlag, München 2014.

200 Seiten. 24,90 Euro.

ISBN 978-3-7774-2222-0

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